Was wird aus der Schiller-Werkrealschule?

NECKARAU. Obwohl die Neckarauer Schillerschule im letzten Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, ist ihr weiteres Bestehen nicht sicher: Mit den Plänen der Stuttgarter Landesregierung für die Schulentwicklung, nach denen die Werkrealschulen mindestens 40 Anmeldungen von Fünftklässlern nachweisen müssen, und der Aufhebung der verbindlichen Grundschulempfehlung zeichnet sich schon jetzt eine einschneidende Veränderung der Schullandschaft ab, auch in Mannheim. Eine vom Gemeinderat eingesetzte Schulentwicklungskommission, zu deren Sitzungen auch Vertreter der einzelnen Schulen eingeladen sind, soll klären, welche Schulen in Mannheim geschlossen werden müssen.













Die Schiller-Werkrealschule könnte zusammen mit der Wilhelm-Wundt-Realschule eine Verbundschule bilden. Foto: zg

In Neckarau wäre vor allem die Schiller-Werkrealschule aufgrund der sinkenden Anmeldungszahlen gefährdet.

Da eine Schließung auch Auswirkungen auf andere Schulen in Neckarau hätte, lud die Schulleitung der Wilhelm-Wundt-Grundschule mit Rektor Peter Deffaa unlängst zu einem Informationsabend für die Eltern ein und stellte ein gemeinsam mit den Kollegen Bernd Kaiser von der Wilhelm-Wundt-Realschule und Stefan Bolay von der Schiller-Werkrealschule ausgearbeitetes Modell für die künftige Neckarauer Schullandschaft vor.

Sollte die Schiller-Werkrealschule geschlossen werden, müssten Neckarauer Schüler, die eine Werkrealschule besuchen wollen, künftig nach Seckenheim oder in die Innenstadt fahren. Für Werkrealschüler, die besonders auf soziales Eingebundensein in den Stadtteil angewiesen sind und über den Unterricht hinaus oft besondere Zuwendung brauchen, sei eine solch einschneidende Veränderung kontraproduktiv und schädlich, ist man sich einig und schlägt vor, dass die Schiller-Werkrealschule und Wilhelm-Wundt-Realschule als Verbundschule z. B. in das Gebäude der Schillerschule ziehen. Damit wären beide Bereiche abgedeckt und die Raumnot in der Wilhelm-Wundt-Schule gelindert. Die beiden Neckarauer Grundschulen (Wilhelm-Wundt-, Schiller-Grundschule) sollen entgegen den städtischen Planungen dreizügig bleiben und im Gebäude der Wilhelm-Wundt-Schule untergebracht werden. Auch die Almenhofschule soll je nach Bedarf in das Modell einbezogen werden, so dass in Neckarau eine große (Ganztages-?)Grundschule und eine Verbundschule aus Real- und Werkrealschule, vielleicht als Gemeinschaftsschule, zur Verfügung stünden.

Der Neckarauer Bezirksbeirat, dem das Modell vorgestellt wurde, begrüßte diese Option als gute Lösung für Neckarau. Nur die Stadt zeigt sich davon bisher wenig angetan, obwohl es für alle Beteiligten nur Vorteile brächte. cm

Quelle: Neckarau Almenhof Nachrichten vom 18.06.2013