Große Pläne für den Schulhof

Neckarau: Im nächsten Jahr will die Schillerschule ihr Außengelände attraktiver gestalten / Suche nach Sponsoren

Von unserem Mitarbeiter Christian Hoffmann









Der Traum von einem Klettergerüst auf dem Schulhof der Schillerschule: Die Vorsitzende des Elternbeirates Isolde Fischer-Hillebrand mit Schülern zeigen ein Kartonrohrmodell der geplanten Mikado-Anlage.
©  hfm

Noch strahlt der Schulhof der Neckarauer Schillerschule als öde Betonwüste wenig Heimeligkeit aus. Doch nächstes Jahr soll alles besser werden: Eine große Umgestaltung des schulischen Außengeländes ist für 2015 geplant. Als erstes Teilprojekt möchte die Schillerschule ein Mikado-Holzgerüst errichten. Dabei handelt es sich um eine Holzbaukonstruktion mit vielen verschränkten Baumstämmen, auf denen die Kinder sitzen, klettern und sich verstecken dürfen. Auf dem Schulfest stellten der Förderverein und der Elternbeirat den umfangreichen Bauplan vor.

"Wir wollen unseren Schulhof kindgerechter gestalten, mit verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten", erklärte Schulleiter Stefan Bolay. Weshalb die Grund- und Werkrealschule händeringend nach Sponsoren sucht, die vorgesehenen Baupläne sprengen den zu kleinen Schuletat. Um ihre Schillerschule zu unterstützten, haben die Heranwachsenden bereits heiße Waffeln verkauft, auf dem Sommerfest nahmen sie über einen Bücher- und Spielzeug-Flohmarkt etwas Kleingeld ein. Selbst gemachten Honig bieten sie ebenfalls an.

Mikado-Klettergerüst projektiert

Eine junge attraktive Errungenschaft der Schillerschule ist der riesige scheibenförmige Brunnen mit Wasserspiel, der jetzt im Pausenhof anthrazitfarben funkelt. Um die angedachten Mikado-Baumstämme im Schulhof zu verschweißen und verschrauben, wird ein Hebekran benötigt. Das Bach-Gymnasium, das sich ebenfalls in der Luisenstraße befindet, besitzt schon ein solches Mikado-Klettergerüst, was wie ein richtiges Kunstwerk aussieht. "Das möchten wir auch haben", erzählte Isolde Fischer-Hillebrand, die neue Vorsitzende des Elternbeirates, deren Tochter Julie die erste Klasse besucht. "Mit diesen neuen Räumen wollen wir arbeiten", bekräftigte Fischer-Hillebrand.

Die Kosten für die wetterresistente Mikado-Anlage, die aus behandeltem Hartholz wie Robinie oder Edelkastanie besteht, belaufen sich auf 17 000 Euro, rund die Hälfte dieses Betrags konnte die Schillerschule bereits anhäufen. Für den Fallschutz müssen als Bodenbelag einer solchen Baumstamm-Anlage weiche Holzhackschnitzel ausgestreut sein.

In dem zukunftsweisenden Bauplan, der auf dem Schulfest aushing, ist auch ein kleines Amphitheater eingezeichnet, das sich Schulleitung, Elternbeirat und Förderverein auf dem Gelände zusätzlich vorstellen können. Dabei handelt es sich um eine halbkreisförmige Nische mit drei ansteigenden Sitzreihen. An der Stelle, wo sich heute die Tischtennisplatte befindet. "Gemeinsam kämpfen wir für unser Ziel", beteuerte Isolde Fischer-Hillebrand.

Und was gab es noch auf dem Sommerfest zu sehen? Extra für das Fest wurde ein riesiger Kletterturm aufgestellt, an dem sich die Kinder mit Seilen gesichert emporhangelten. Wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert, damit beschäftigten sich die Schüler der 7. Klasse in einem 3-D-Experiment unter Leitung von Lehrer Kim Schneider. Dafür bastelten die Mädchen und Jungen kleine Drachenmodelle mit optisch täuschenden Fratzen: So konnte der Betrachter in verschiedenen Blickwinkeln nur schwer erkennen, ob sich das Drachengesicht nach innen oder außen wölbt.

Über dieses Projekt hatten die Kinder im Klassenzimmer drei Videoclips gedreht, die sie im Schulhof auf großer Leinwand präsentierten, welche auch im Internet auf YouTube zu finden sind.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 25.06.2014