Werkrealschul-Aus: Was jetzt wichtig ist

Bildung: Wohin die betroffenen Schüler gehen und warum die Schulform kaum noch Chancen hat – sechs Antworten zu den Schließungsplänen

Von unserem Redaktionsmitglied Heiko Brohm

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




© red

Erst war von fünf Schließungen die Rede, jetzt stehen vorerst nur drei Werkrealschulen vor dem Aus. Gleichzeitig wurden Neubauentscheidungen getroffen - endgültig entscheidet der Gemeinderat am 10.  Juli. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wann muss welche Schule schließen?

Es trifft die Werkrealschulen Schillerschule, Pestalozzischule und die Konrad-Duden-Werkrealschule. Andere Schularten an den Standorten bleiben bestehen. Die drei Werkrealschulen nehmen ab 2015 keine Schüler mehr auf. Im Sommer 2018 machen die Einrichtungen zu. In diesem Jahr, also 2014, nehmen sie aber noch wie geplant Schüler auf.

Was passiert mit den Schülern?

Alle, die zum Ende des Schuljahres 2018/19 noch auf den Schulen sind, werden auf andere Einrichtungen verteilt.

Was passiert mit den anderen beiden Schließ-Kandidaten?

Für die Friedrich-Ebert-Schule hat der Bildungsausschuss die Entscheidung über die Schließung aufgeschoben, sie soll aber noch dieses Jahr fallen. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass dort ein Neubau für eine Ganztagsgrundschule errichtet wird. Bei der Geschwister-Scholl-Schule haben die Politiker entschieden, dass Planungen für den Neubau eines Gymnasiums und "einer weiteren weiterführenden Schule" aufgenommen werden sollen. Die Schulart ist noch offen.

Was spricht für Schließungen?

Sinkende Schülerzahlen. Es gibt einen Trend zu höheren Schulabschlüssen, der sich nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung noch verstärkt hat. Seitdem sinken die Anmeldezahlen bei den Werkrealschulen. Gleichzeitig erlaubt das Land keine zu kleinen Werkrealschulen, aus Qualitäts- und Kostengründen. Schon heute kostet laut Stadt ein Werkrealschüler fast das Doppelte wie ein Gymnasiast.

Was spricht gegen Schließungen?

Die Frage, wer sich um die potenziellen Werkrealschüler kümmern soll. Kommen viele Schüler von den Realschulen wieder zurück, weil sie es dort nicht schaffen? Wo sollen sie dann hin? Zudem werden für die Werkrealschüler die Wege sehr weit.

War es das nun mit den Schließungen?

Rektoren, Experten aus dem Schulamt und viele andere sind sich einig: Nein, das war es noch nicht. Viele gehen davon aus, dass die Werkrealschule bald ganz verschwindet - weil die Schüler fehlen.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 27.06.2014