Mit Bienenfleiß zum Freizeitimker

Neckarau: Schüler der Schillerschule beteiligen sich an der Aktion der Stadt „Jugend engagiert sich“, unterstützt von einem Mentor vom Bienenzuchtverein

Von unserem Mitarbeiter Jan-Hendric Bahls

Angst haben sie nicht gehabt. "Aber viel gelernt", berichten Jonas und Lars. Die beiden Grundschüler dürfen sich ab sofort Freizeitimker nennen. Insgesamt zwölf Schülerinnen und Schüler der Schillerschule in Neckarau bekamen jetzt das offizielle Zertifikat der Stadt überreicht.










Die Stadt zeichnete Schüler der Schillerschule für ehrenamtliches Engagement aus und beförderte sie zu Freizeitimkern. Rektor Stefan Bolay, Projektleiter Wolfgang Blumentritt und Manuela Baker-Kriebel (v.re.) gratulierten. © jba    

Nachdem der Nachwuchs seit vergangenem März im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft so fleißig gewesen war und reichlich Wissen über die Bienenvölker im schuleigenen Garten gesammelt hatte, sei das doch ein schöner Abschluss, freute sich der Projektleiter vom Mannheimer Bienenzuchtverein, Wolfgang Blumentritt. Von dem Aufbau eines Bienenvolks bis zum Ernten des Honigs hatte der Nachwuchs so manches Abenteuer zu bestehen.

Respektvoller Umgang mit Tier

Im richtigen Umgang mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen sei es gar keine gefährliche Sache gewesen, so Blumentritt. Der respektvolle Umgang mit Tier und Natur habe im Mittelpunkt der Erfahrungen und Erlebnisse gestanden. "Zudem wurde die Sozialkompetenz der Mädchen und Jungen gestärkt."

Die Freizeitimker sollen nun ihr Wissen an ihre Mitschüler weitergeben. "Die Kinder haben das sehr ernst genommen", lobt der Projektleiter. Selbst in den Sommerferien seien einige von ihnen im Schulgarten vorbeigekommen. "Schließlich mussten die Bienen ja versorgt werden", betonte Blumentritt: Er selbst habe auch schon mit sechs Jahren angefangen.

Unterstützt wurde das Projekt von der Stadt im Rahmen der Aktion "Jugend engagiert sich" (JES). An insgesamt fünf Schulen mannheimweit laufen derzeit ähnliche Mentorenprojekte, in denen ehrenamtliche Kräfte aktiv sind. "Im Fall der Imker-AG an der Schillerschule haben wir die Materialkosten übernommen und die Schutzanzüge gestellt", erklärte Manuela Baker-Kriebel vom Fachbereich Rat, Beteiligung und Wahlen. Ziel sei es, durch diese Fördermaßnahmen bürgerschaftliches Engagement zu stärken.

Denn wer schon früh in solchen Situationen sein Verantwortungsbewusstsein beweise, der neige später ebenfalls dazu, seine Energie in ein Ehrenamt zu stecken, weiß Baker-Kriebel um die Nachhaltigkeit solcher Projekte. "Wir unterstützen solche AG's aber auch, weil viele solche Ideen vom Schulbudget nicht mehr gestemmt werden können." Bisher habe man mit allen durch "JES" geförderten Projekten über 300 Kinder und Jugendliche in der ganzen Stadt erreicht. Baker-Kriebel: "Derzeit sind 30 von uns ausgebildete Mentoren in allen Mannheimer Stadtteilen aktiv."

Rektor lobt "klasse Sache"

Eine "klasse Sache" sei das natürlich für die Schüler gewesen, meinte ebenso Stefan Bolay. "Einen Abschluss einer Arbeitsgemeinschaft mitten im Schuljahr habe ich zwar auch noch nicht erlebt, aber Bienen richten sich eben nach einem anderen Kalender", meinte der Rektor der Schillerschule.

"Nächstes Jahr wollen wir weitermachen", will sich Mentor Wolfgang Blumentritt für eine Neuauflage der Arbeitsgemeinschaft an der Schillerschule stark machen. "Die Imker sterben aus, wir brauchen dringend Nachwuchs in diesem Bereich", betonte der Projektleiter.

Quelle: Mannheimer Morgen vom 11.01.2013